Wer wir sind

Die Kontaktgruppe versteht sich als Schnittstelle zwischen der Münchner sowie der Szene in Kyiv und anderen ukrainischen Städten; wir initiieren, vermitteln, konzipieren, koordinieren und setzen Projekte allein oder gemeinsam mit den Gruppen und Vereinen der jeweiligen Communitys um. Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite. Mehr über unsere Kooperationspartner.

Team

In München gehören der Kontaktgruppe Einzelpersonen jedes Alters aus der Szene an, Frauen wie Männer. Wir kommen aus den unterschiedlichsten Richtungen, bringen unsere ganz eigenen Lebens- und Berufserfahrungen ein. Jede/r ist willkommen; beitragen können alle etwas. Die Kontaktgruppe trifft sich immer am dritten Dienstag im Monat im Sub. Es gibt einen festen Kern und etliche Leute, die uns punktuell beistehen.

Wieland Arndt

Wieland_sWieland ist Arzt, „Hausarzt mit Leib und Seele“, wie er sagt. Seine Patientinnen und Patienten wissen, dass er schwul ist. „Ich bin geoutet und akzeptiert.“ Das war nicht immer so. Sein Coming-out hatte Wieland spät. Er hatte große Angst davor, offen schwul zu leben. Münchner Szenevereine, wie der Gay Outdoor Club GOC und das Münchner Schwulenzentrum Sub, haben ihm die Sicherheit gegeben, den Schritt nach draußen zu wagen. Er fühlt sich in der Münchner Community gut aufgehoben, hat sie selbst geprägt mit dem GOC, der heute Teil des konservativen Deutschen Alpenvereins ist, und der Regenbogenstiftung, die er mitbegründet hat – zusammen mit seinem Mann Uwe. All das will er weitergeben, deshalb ist er bei Munich Kyiv Queer. Wieland ist die gute Seele der Gruppe, einer, der da ist, sich sorgt, aber auch schaut, dass es vorangeht mit der Arbeit in der Gruppe. In Konfliktsituationen kann er gut vermitteln.
„Wir haben für die Community in der Ukraine viel erreicht, der Pride in Kyiv ist ein großer Fortschritt. Aber in der Gesellschaft ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, deshalb dürfen wir nicht locker lassen, unsere Freund*innen in der Ukraine zu unterstützen.“

Stefan Block

conrad_breyerUnser Mann mit Orientierung. Stefan ist Naturwissenschaftler. Er hat in München molekulare Biotechnologie studiert und kann ganz schön hands-on sein. Er bewahrt stets den Durchblick und begegnet jeder noch so schwierigen Situation mit Humor und Empathie. Engagement ist ihm wichtig. Bevor Stefan bei Munich Kyiv Queer angefangen hat, war er schon bei Diversity aktiv, dem Dachverband der LGBT-Jugendorganisationen in München. Für die Community in Osteuropa, die in vielen Ländern unter Druck steht, hat sich Stefan schon immer interessiert.
„Ich möchte auf die Lage in der Ukraine aufmerksam machen und mit Rat und Tat zu einer positiven Entwicklung vor Ort beitragen.“

Conrad Breyer

conrad_breyerIm Münchner Schwulenzentrum Sub macht Conrad seit vielen Jahren die Pressearbeit. Von der Ukraine wusste er bis zum Sommer 2012 nicht viel: Erst als er sich im Rahmen der Pride-Week mit den drei Gästen des Münchner CSD aus Kyiw traf, um sich über die Pressearbeit dies- und jenseits der Schengen-Grenze zu unterhalten, hat er angefangen, sich für das Land und das Schicksal der Lesben, Schwulen und Transgender dort zu interessieren. Heut brennt er für das Thema. Er organisiert die Kontaktgruppe und verantwortet deren Pressearbeit. Conrad koordiniert auch die Pride-Partnerschaft zwischen dem CSD München und dem KyivPride. Hauptberuflich arbeitet er als Redakteur und freier Journalist.
„Ich bewundere sehr den Mut und das politische Geschick dieser jungen Aktivistinnen und Aktivsten in Kyiw, die sich trotz widriger Umstände nicht unterkriegen lassen.“

Werner Gaßner

Werner GassnerEr hatte die Sprüche der Politiker satt. Werner hat früh verstanden, dass Homophobie und Rassismus ähnliche Wurzeln haben und dass die damit verbundenen Ängste das Zusammenleben in einer freien Gesellschaft vergiften können. Aus diesem Grund ist Werner 2012 den Grünen beigetreten; als Aktivist hat er sich lange im Landesarbeitskreis Queer.Grün.Bayern engagiert und vor einigen Jahren das Aktionsbündnis „Vielfalt statt Einfalt“ mitgegründet. 2017 aber hat Werner die Grünen verlassen und mit der Landtagsabgeordneten Claudia Stamm die Bewegung „Zeit zum Handeln“ ins Leben gerufen, die seinem Anspruch an Menschenrechte besser gerecht wird. Seinen Einstieg bei Munich Kyiv Queer haben wir Putins Antischwulenpolitik zu verdanken. Auf dem Kiss-in vor dem Russischen Generalkonsulat in München hat Werner Munich Kyiv Queer kennengelernt. Die Offenheit und Kreativität der Gruppe hat ihn beeindruckt. 2014 war er beim KyivPride dabei.
„Nichts ist wichtiger als Solidarität. Wir müssen über alle Grenzen hinweg zusammenhalten und ich habe in Kyiw gelernt, wie wichtig das ist. Freiheit ist kein Konsumgut, sondern muss erkämpft werden. Und sich von Vorurteilen und Repressionen unabhängig zu machen, bedeutet letztlich, ein freier Mensch zu sein.“

Uwe Hagenberg (Sprecher)

Uwe HagenbergNatürlich hat Uwe genug zu tun. Die meiste Zeit während der Woche arbeitet er bei Siemens für Geld. Und bis heute wechselnd viel im Münchner Schwulenzentrum Sub „für die Ehre“, wie er sagt. Beides macht ihm Spaß, gibt seinem Leben Sinn. Uwe setzt sich fürs Zwischenmenschliche ein. Er unterstützt Leute; er sorgt dafür, dass es ihnen besser geht. Und das kann er auch gut, denn Uwe hat viel zu geben. Uwe war mit seinem Mann Wieland schon mehrmals beim KyivPride dabei; für Munich Kyiv Queer arbeitet er immer wieder an der beliebten Volunteer-Schulung für Kyiwer Aktivist*innen. Seit 2016 spricht er auch für die Kontaktgruppe. Und in diesem Jahr wird er zum Creative Protest Festival nach Odessa reisen, das Munich Kyiv Queer initiiert hat.
„Der Besuch in Kyiw hat mir das Thema Menschenrechte sehr nah gebracht; davon profitieren wir auch hier bei uns. Ich bin überzeugt davon, dass man die Welt von Mensch zu Mensch besser machen kann. In Kyiw habe ich gelernt, dass die politische Arbeit damit Hand in Hand gehen muss.“

Sascha Hübner

Sub_Sascha_Huebner_2Der geistige Vater der München-Kyiw-Kooperation. Der Psychologe Sascha, der im Münchner Sub als Berater arbeitet, ist 2012 zusammen mit der Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich zum Pride nach Kyiw gereist, dem ersten Pride der Ukraine überhaupt. Dass die Sache schief gegangen ist, hat beide davon überzeugt, dass die Partnerstadt München etwas für die Lesben, Schwulen und Transgender im Land tun muss. So gesehen ist die daraufhin etablierte Zusammenarbeit der beiden Communitys ihr gemeinsames Kind. Es wächst und gedeiht. Sascha unterstützt die Kontaktgruppe mit seinen vielfältigen Erfahrungen in der psychosozialen Beratung, gerade auch durch die Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen.
„In meiner Beratungsarbeit mit schwulen Flüchtlingen und Migranten bekomme ich täglich mit, wie schwer die Lebensbedingungen für viele schwule Männer in der Welt sind. Aber wir können nicht überall sein. Zusammen mit den LGBT-Aktivistinnen und Aktivisten in Kyiw werden wir mit der gebündelten Kraft und Erfahrung im Rahmen einer bestehenden Städtepartnerschaft in EINEM Land etwas mit-bewegen.“

Thomas Kaiser

Schwimmen gehört seit jeher zu seinen Leidenschaften. Aus diesem Grund ist Thomas 2008, als er nach München zog, recht schnell auf die Isarhechte gestoßen. Die Isarhechte sind ein lesbisch-schwuler Schwimmverein, ohne den Thomas niemals so schnell Freunde in der fremden Stadt gefunden hätte. Das hat ihm gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Szene ist. Für den Osten hat er sich zwangsläufig schon als Kind interessiert. Der Importkaufmann ist an der innerdeutschen Grenze aufgewachsen mit Blick auf den Eisernen Vorhang. Das hat seinen Sinn für Freiheit und Gerechtigkeit geschärft. Heute ist er der „Kyiw-Beauftragte“ seines Sportvereins.
„Ich finde es genial, dass sich die Szene in München mit Kyiw und der Ukraine vernetzt. Unsere Zusammenarbeit hat der Städtepartnerschaft neuen Schub gegeben.“

Naomi Lawrence

naomiSie ist sicherlich die bekannteste Künstlerin Münchens, die sich für die LGBT-Community ihrer Heimatstadt einbringt. Ihre Werke sind in vielen Cafés und Einrichtungen der Szene zu sehen; vor wenigen Jahren ist eine Skulptur von Naomi ins Münchner Stadtmuseum aufgenommen worden. Für Kyiw will sie sich einsetzen; es ist ihr ein Anliegen. Naomi sprüht vor Ideen. Zum CSD 2013 hat sie den Putin-Tank präsentiert, 2014 dann Freedom Bells aus Pappmaché, 2015 den Doppelkopf „Homophobia kills – Love heals“; sie hat in Odessa, Mykolajiw und Kyiw ausgestellt und gibt immer wieder Kreativ-Workshops. Im August 2017 wird sie in Odessa erstmals ein ganzes Festival rund um den Creative Protest ausrichten.
„Ob gerade die LGBTI-Szene diskriminiert wird oder andere Minderheiten, spielt für mich keine Rolle. Mir ist es wichtig, die Menschen darin zu unterstützen, ihre eigenen positiven Ziele und Ideale zu erkennen und zu verfolgen. Dann sind sie nicht mehr empfänglich für negative Propaganda, die von korrupten und ungerechten Systemen eingesetzt wird, um von ihren eigenen negativen Handlungen abzulenken.“

Stanislav Mishchenko

Stas_2Die Sache ist mitunter frustrierend. Seit Jahren setzt sich der junge Aktivist Stas für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender in seiner Heimat ein. Die Szene ist – auch dank ihm – sichtbarer geworden, lauter, verbindlicher. Ganz Europa unterstützt sie. Die Community ist dadurch aber auch bedrohter als früher und fast gar nichts bewegt sich auf staatlicher Ebene für die sexuelle Minderheit im Land. Stas hat lange für die Gay Alliance Ukraine gearbeitet, das Schwulenmagazin Stonewall, dann als Fundraiser für das Regional HIV Legal Network, das sich für die Rechte von Menschen stark macht, die HIV-positiv sind oder damit zu tun haben. Er organisiert bis heute im Vorstand den KyivPride mit, obwohl er inzwischen mit seinem Mann Conrad in München lebt. Nebenbei fotografiert er, er komponiert und ist als Grafiker tätig – ein Multitalent.
„Die Gesellschaft will, dass wir in unseren Verstecken bleiben. Wir aber sind da mit unseren Hoffnungen und Ängsten, unserer Liebe und Trauer und wir zeigen uns.”

Olena Semenova

olenaSie ist eine kluge Frau, mutig und politisch, ein Organisationsfex und ein PR-Talent. Olena hat lange Zeit für den KyivPride die Pressearbeit gemacht, sie ist außerdem Mitglied im Vorstand von Liga. Die Organisation aus Mykolajiw hat sich früh LGBT-Rechten verschrieben. Olena ist eigentlich Ärztin; ihr Geld verdient sie aber inzwischen in der IT, nebenbei auch als Trainerin für Kettlebells. Der Kugelhantelsport war in Sowjetzeiten im Osten äußerst populär, im Westen ist er es heute auch. Der Sport bringt ihr den Ausgleich, den sie braucht, wenn sie sich mal wieder über die Verhältnisse in ihrem Land ärgert. Sie liebt es zu reisen; mit ihrer Frau ist sie ständig in ganz Europa unterwegs. Mit Olena zusammen macht die Kontaktgruppe sehr viel Öffentlichkeitsarbeit; sie hat ständig neue Ideen für gemeinsame Projekte.
„Ich wäre stets bereit gewesen, ins Gefängnis zu gehen für dieses dumme Gesetz, das so genannte Gay Propaganda verbieten wollte. Wir werden auch heute unseren Kampf gegen die Homophobie in Gesellschaft und Politik nicht aufgeben.“

Anna Shapiro

In den USA geboren, in der Ukraine und Russland hat sie gelebt, jetzt wohnt Ania in Berlin. Die Menschenrechtsaktivistiin hat sich in ihrem Leben viel mit den Belangen der LGBT-Community beschäftigt, sie kennt das Thema aus verschiedenen, internationalen Perspektiven. Ihr Wissen will sie in die Arbeit von Munich Kyiv Queer einbringen. Wir bieten ihr diese Gelegenheit gerne, in unserer Partnerstadt Kyiw wie in München. Vor Ort kann Ania Shapiro in und mit der Szene wirken. She is amazing indeed! Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist ihr ein großes Anliegen.
Ich bin queer und ich mag die Ukraine!

Sibylle von Tiedemann (Sprecherin)

Sibylle_2Monate lang hat Sibylle mit vielen anderen das große Gasteig-Programm rund um die Ausstellung „Kein Recht, sie selbst zu sein“ organisiert, das im Hersbt 2014 dann tatsächlich in München stattfinden konnte und inzwischen eine Wanderausstellung ist. Auch einige Aktivist*innen aus der Ukraine waren vor Ort; das ist ihr Verdienst. Sie macht bei der Schulung ukrainischer LGBT-Ehrenamtlichen mit, sorgte auch 2015 wieder für einen ukrainischen Part bei den Lesbenkulturtagen in München und ist – zusammen mit Uwe – Sprecherin der Kontaktgruppe. Die promovierte Slawistin freut sich über das Kyiw-Projekt der Münchner LGBT-Community. Sie streitet seit jeher gegen alles, was unrecht ist, und da kann Sibylle sehr hartnäckig sein. Sie weiß, dass es in der Kontaktgruppe nicht nur darum geht, dass die einen den anderen helfen. Voneinander lernen können beide Seiten. Nicht nur ihre Sprachkenntnisse kann die Wissenschaftlerin da einbringen, sondern ihr ganzes Organisationstalent. Osteuropa hat sie schon immer fasziniert.
„Ich merke immer wieder, wie wenig wir über Osteuropa wissen, obwohl fast täglich in den Nachrichten berichtet wird. Die Kontaktgruppe ist für mich auch eine Möglichkeit, ein Fenster in die jeweils andere Kultur zu öffnen.“

Yuri Yourski

Yuri Yourski glaubt an Teamarbeit. Gemeinsam läuft’s besser. Deshalb ist er auch gleich zu Munich Kyiv Queer gekommen, als er in München eine der Workshopwochen zum Ehrenamt in der Community besucht hat, die Kyiw und München seit vielen Jahren gemeinsam organisieren. Lange hat der Aktivist für die Gay Alliance Ukraine gearbeitet, inzwischen lebt er in Tallinn, Estland, und vertritt die Eurasian Coalition on Male Health, macht die Öffentlichkeitsarbeit für die Organisation. Die Lage in der Ukraine hat sich für LGBT zuletzt etwas gebessert, das gibt  ihm Hoffnung für die Zukunft. Aufgewachsen ist Yuri in Saporischschja. Er ist Spezialist für Antidiskriminierungstrainings, weiß, wie wichtig Aufklärung gerade unter jungen Leute ist und er beschäftigt sich viel damit, wie sich Wissen und Kunst nutzen lassen, um Intoleranz auch in Zukunft bekämpfen zu können.
„Leadership ist für mich eine Kunst. Ich fühle mich verantwortlich dafür und handle danach, mit anderen zu teilen, was ich weiß und was ich kann, meine Zeit und meien Energie, meine ganze emotionale Intellligenz, sodass andere ihr ganzes Potenzial ausschöpfen können, privat wie beruflich.”

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