Was wir tun

Gemeinsam erreichen wir mehr! Die Projekte, die wir in Deutschland und der Ukraine umsetzen, sind vielfältig. Die Kooperationsvereinbarung (Seite 1, Seite 2, Seite 3, Signaturen 1, Signaturen 2) zwischen den Communitys in München und Kyiw definiert fünf Arbeitsfelder:

Informations- und Erfahrungsaustausch: Über Munich Kyiv Queer halten beide Seiten ständig Kontakt miteinander. Die Gruppen und Organisationen Kyiws und Münchens tauschen sich über politische Entwicklungen in ihren Ländern und ihre Arbeit aus: Es geht um Kultur, HIV-Prävention, psychosoziale Beratung, Selbsthilfe- und Freizeitgruppen, aber auch um politische Kampagnen, Lobbying und PR.

Fortbildung: Um voneinander zu lernen, führen wir spezielle Workshops in den oben genannten Bereichen durch, auch Studienbesuche. Dabei profitieren beide Seiten voneinander. Zielgruppe sind ehren- und hauptamtliche Beraterinnen, Social Worker, Experten für HIV-Prävention, Kultur- und Projektmanager, Presseleute etc.

Kultur: Mindestens genauso wichtig wie der fachliche Austausch ist das gegenseitige Kennenlernen. Mit Ausstellungen, Theaterprojekten, Vorträgen, Debatten, Filmen und Konzerten öffnen wir uns dem Leben der Menschen, um die es geht.

PR und Öffentlichkeitsarbeit: Die LGBT-, Publikums- und Tagespresse beider Länder informiert Munich Kyiv Queer fortlaufend über die gemeinsamen Aktionen und Kampagnen. Wir weisen gezielt auf die Menschrechtslage in der Ukraine und in Deutschland hin und machen mit eigenen Aktionen und Statements Druck.

Pride-Kooperation: Der Münchner CSD und der KyivPride sind eine gesonderte Beziehung eingegangen. Beide Partner tauschen Informationen, Erfahrungen und Expertise aus. Jedes Jahr besuchen Delegationen beider Städte ihren Partner-Pride; zur Pride Week und übers Jahr stellen sie ein eigenes Kulturprogramm auf die Beine. Dem CSD überlässt das Münchner Stadtrat für diese Arbeit eigene Mittel; die Gelder verwaltet das Münchner Kulturreferat.

Unsere Aktionen 2017

In diesem Jahr legen wir den Fokus auf die Ukraine und die LGBT-Communitys vor Ort. Bewährtes, Erprobtes und Neues bringen wir nach Kyiw und andere Städte des Landes. Wir fördern das Ehrenamt, üben uns im Creative Protest, singen gemeinsam und präsentieren unseren dritten, großen Dokumentarfilm. CSD und KyivPride planen jeweils ein eigenes Programm, das wir begleiten. Unsere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zur gesellschaftlichen Situation von LGBT in der Ukraine und in Deutschland läuft parallel.

Kein Recht, sie selbst zu sein

Natalyia Roy, geboren 1974 in der Ukraine, gewährt in ihrer Fotoausstellung Einblick in das Leben lesbischer Frauen in der Ukraine. Das Recht, offen über unsere sexuelle Orientierung zu sprechen, halten viele von uns bereits für eine Selbstverständlichkeit. Ein Blick über die Grenzen belehrt uns eines Besseren: In Kyiw, Lwiw und Odessa geht es nicht um Ehe, Adoptionsrecht und Steuerprivilegien. Denn hier forderten Politiker*innen lange Zeit, vermeintlich „homosexuelle Propaganda“ mit Haft zu bestrafen. Roy schreibt über ihre Fotografien: „Den porträtierten Frauen begegnet die negative Einstellung der Gesellschaft (…) jeden Tag, nur weil sie lesbisch sind. Diskriminierung ist ein normaler Teil ihres Lebens. (…) Aber sie wollen nicht stumm bleiben. Sie kämpfen dafür, sie selbst zu sein.“ Natalyia Roys Ausstellung ist ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument über die Lebenssituation von Lesben – nicht nur in der Ukraine. Wir legen den Katalog zur Ausstellung neu auf. Kontakt: Sibylle von Tiedemann

(Munich Kyiv Queer)

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#Celebratediversity – Flashmob und Sampling-Aktion zum Eurovision Song Contest in KyiwFlyer mit Text

2. bis 13. Mai 2017
Ort: Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum, Müllerstraße 14, 80469 München

Wir zeigen sowohl Semifinals (9. Mai, 11. Mai) wie das große Finale am Samstag, 13. Mai, jeweils ab 19.30 Uhr. Auf Großleinwand, live und in Farbe. Und mit reichlich Erdbeerbowle. Weil der Eurovision Song Contest 2017 in unserer Partnerstadt Kyiw stattfindet, übernimmt Munich Kyiv Queer mit den Thekendienst im Sub. Jeder Gast bekommt sein persönliches Welcome-Package – lasst Euch überraschen! Unter #celebratediversity startet am 3. Mai auch ein virtueller Flashmob im Netz, den Munich Kyiv Queer mit der Münchner und Kyiwer Community zusammen initiiert: Ladet unter dem Hashtag #celebratediversity in den sozialen Medien ein Bild von Euch hoch, das die Vielfalt feiert, und verbreitet es unter Euren Freunden. Wir leben das ESC-Motto! Kontakt: Conrad Breyer

(Munich Kyiv Queer, Sub)

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KyivPride 2017München beim KyivPride 2016

9. bis 18. Juni 2017
Ort: Kyiv

Wie in jedem Jahr schickt die Münchner Community eine Delegation nach Kyiw. Wir fahren nicht allein, sondern mit Rückendeckung aus dem Rathaus. Geht alles gut, wird Oberbürgermeister Dieter Reiter uns wieder unterstützen und aus dem Münchner Stadtrat Lydia Dietrich als seine Vertreterin entsenden. Wir laufen bei der Politparade mit, machen Workshops. Die Delegation aus München bekommt ihr eigenes Besucherprogramm. Wir treffen auf LGBT-Vereine, Maidan-Aktivist*innen, die Journaille und Menschen aus der Politik. Wir besuchen die Deutsche Botschaft, das Goethe-Institut und politische Stiftungen, die unsere Arbeit fördern. Kontakt: Conrad Breyer

(KyivPride, CSD München, Munich Kyiv Queer, Kulturreferat der Stadt München)

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CSD 2017Munich Kiev Queer beim CSD 2016

8. bis 16. Juli 2017
Ort: München

Zum CSD erwarten wir eine Delegation aus der Ukraine. Ein umfangreiches Rahmenprogramm bindet unsere Freundinnen und Freunde in die Münchner Community ein und vertieft die Kooperation. Wie wir in Kyiw treffen sie in München auf Vertreter*innen aus der Lokalpolitik sowie der Lesben-, Schwulen- und Trans-Community. Menschen beider Städte kommen sich näher. Über die Presse wollen wir auch die breite Bevölkerung erreichen. Im Wahljahr 2017 bieten wir verschiedene, themenspezifische Programmpunkte an, etwa als Premiere den Dokumentarfilm „Rainbow on Tour“ von Vera Yakovenko und Ludmila Kyrylenko. Die beiden Filmemacherinnen haben die Münchner Künstlerin Naomi Lawrence durch die Ukraine begleitet (siehe unten), als die im Mai 2016 mit ihrem Creative Protest durchs Land tourte. Außerdem im Programm: der Video-Workshop „Wie man mit Bewegtbild für gleiche Rechte kämpft“ (siehe unten). Ihn hält der LGBT-Aktivist und Trainer Yuri Yourski.  Kontakt: Conrad Breyer

(CSD München, KyivPride, Munich Kyiv Queer, Kulturreferat der Stadt München)

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Premiere „Rainbow on Tour“Saporischschja unter dem Regenbogen

Montag, 10. Juli 2017, 21.15 Uhr
Ort: Atelier, City-Kinos, Sonnenstraße 12, 80469 München; Eintritt: 7.50 Euro

Beim CSD zeigen wir in München zum allerersten Mal den Dokumentarfilm „Rainbow on Tour“. Er erzählt von der Creative Protest Workshop Tour, die die Münchner Künstlerin Naomi Lawrence in den Tagen vor dem KyivPride 2016 in vier verschiedenen Städten der Ukraine absolvierte, nämlich in Odessa, Saporischschja, Krywyj Rih und Kyiw. Sie hat dafür die Queer Homes des Landes aufgesucht. Das sind Kommunikations- und Kulturzentren, die die größte LGBT-Organisation des Landes, die Gay Alliance Ukraine, für die Community unterhält. Mit einfachen Mitteln haben die Teilnehmenden ihrem politischen Protest Ausdruck verliehen. Sie haben Denkmälern einen Regenbogenschirm in die Hand gedrückt, Straßen mit ihren Slogans beschriftet, Werbeslogans umgedeutet. Alles legal, versteht sich. Politik kann Spaß machen und muss nicht teuer sein. Die Filmemacherinnen Vera Yakovenko und Ludmila Kyrylenko haben die Tour im Bewegtbild festgehalten. Das Werk zeigt, dass sich in der (internationalen) solidarischen Zusammenarbeit viel bewegen lässt. Das Konzept zum kreativen Protest stammt von der Münchner Künstlerin Naomi Lawrence, sie hat es selbst entwickelt. Es folgt dem Ansatz, dass eine positive Haltung die beste Grundlage für politisches Handeln ist, weil sie am nachhaltigsten Dinge zum Guten wendet. Hier geht’s zum Trailer. Kontakt: Naomi Lawrence, Yuri Yourski

(CSD München, Queer Film Festival München, Gay Alliance Ukraine, City-Kinos, Munich Kyiv Queer, Kulturreferat der Stadt München)

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Video-Workshop: Wie man mit Bewegtbild für gleiche Rechte kämpftYuri Yourski

Donnerstag, 13. Juli 2017, 19.30 Uhr
Ort: Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum, Müllerstraße 14, 80469 München

Nichts bewegt Menschen mehr als Filme. Anliegen definieren, Botschaften formulieren, die eigene Geschichte erzählen und emotional in Bewegtbild verpacken – das lernen wir in diesem Theorie-Workshop über „Social Video Advertisement“. Yuri Yourski arbeitet seit vielen Jahren als Trainer für Menschenrechtsfragen, insbesondere im Bereich LSBTI. Er kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Eurasian Coalition on Male Health in Tallinn, Estland, ist Mitglied von Munich Kyiv Queer und war bis Ende vergangenen Jahres Programmdirektor der Gay Alliance Ukraine in Kyiw. Anhand praktischer Beispiele aus Ost und West wird er uns zeigen, wie man mit Videos Werbung für die gute Sache macht und Vorurteile abbaut, nicht nur im Netz. Dabei geht es ihm auch darum, gegen Rechtsradikale und Populisten Stellung zu beziehen, die mit den immer selben Mustern Stimmung gegen sexuelle Minderheiten machen. Wie man Alliierte findet, unterschiedliche Zielgruppen zusammenbringt und einen Dialog führt. Jede und jeder kann diese Techniken lernen und einsetzen. In englischer Sprache, Übersetzung ins Deutsche. Kontakt: Yuri Yourski

(CSD München, Sub, Munich Kyiv Queer, Kulturreferat der Stadt München)

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Creative Protest Festival Das Rainbow-Team 2016, Anja Shapiro, Naomi Lawrence, Vitalik Tsariuk

16. bis 18. August 2017
Ort: Odessa

Im August werden wir mit einer Gruppe nach Odessa zum Pride fahren und dort das Creative Protest Festival abhalten. Das neue, große Projekt ist ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen der Kyiwer und Münchner LGBT-Community, unser Kooperationspartner ist wieder die Gay Alliance Ukraine. 150 Teilnehmende sollen über drei Tage in Workshops ihrer Wahl lernen, ihre politischen Botschaften in kreativen Protest zu verwandeln. Die Ideen liefern die teilnehmenden Aktivistinnen und Aktivisten selbst, die Münchner Künstlerin Naomi Lawrence vermittelt das Handwerk. Was in den Workshops entsteht, soll nach draußen, ad hoc auf die Straße, beispielsweise zum OdesaPride, oder als Kulturprojekt in die Museen des Landes. Denkbar sind Kampagnen, Ausstellungen, Filme uvm. Das Creative Protest Festival in Odessa ist der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Creative Protest Workshops, die wir schon im Vorfeld in den Queer Homes durchführen werden. Die Queer Homes sind die Kommunikations- und Kulturzentren der Gay Alliance Ukraine, die die LGBT-Organisation in sechs Städten der Ukraine für die Szene betreibt. In diesem Zusammenhang halten wir gemeinsam auch Workshops zu Menschenrechtsthemen generell ab, hier aber stehen Ortskräfte in der Verantwortung. Kontakt: Naomi Lawrence, Yuri Yourski

(CSD München, Gay Alliance Ukraine, Munich Kyiv Queer, Kulturreferat der Stadt München)

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Qwerty QueerQwerty Queer im Gasteig

Oktober 2017
Ort: München

Die Heldinnen aus Odessa kommen 2017 wieder nach München. Unser Partnerchor aus Odessa vom Queer Home der Gay Alliance Ukraine soll ja 2018 bei Various Voices auftreten. Üben müssen sie dafür eigentlich nicht mehr, sie sind schon gut. Aber gemeinsam lernt sich’s noch besser. Für die Delegation wird es ein umfangreiches Rahmenprogramm geben, das die Projektgruppe Ukraine von Various Voices völlig selbstständig organisiert. Wir stecken den Rahmen ab, helfen bei Visa, unterstützen finanziell. Münchens Initiative ist es unter anderem zu verdanken, dass sich in der Ukraine dieser allererste LGBT-Chor überhaupt formieren konnte. Kontakt: Various Voices, Projektgruppe Ukraine

(CSD München, Various Voices, Queer Home Odessa/Gay Alliance Ukraine, Munich Kiev Queer, Kulturreferat der Stadt München)

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Unsere Aktionen 2016 – 2014 (Archiv)

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Spenden

Wir alle wollen so sein, wie wir sind. Nicht überall ist das selbstverständlich. Für unsere geplanten Projekte brauchen wir Unterstützung. Nichts geschieht von allein. Wer helfen kann, wer daran mitarbeiten will, eine Welt ohne Hass und Diskriminierung aufzubauen, kann bei uns mitmachen. Wer uns finanziell unterstützen will, ist ebenfalls herzlich willkommen. Unsere Projekte kosten Geld – meist aber lässt sich schon mit geringen Beträgen sehr viel bewirken. Wir danken von Herzen!

Wir sind nicht allein

Die Kyiw-Arbeit der Münchner Community wird vom Münchner Stadtrat, insbesondere Lydia Dietrich (Bündnis 90/Die Grünen) und Thomas Niederbühl (Rosa Liste) unterstützt; auch Oberbürgermeister Dieter Reiter engagiert sich. Aus dem Landtag stärkt uns die Abgeordnete Claudia Stamm den Rücken.

Munich Kyiv Queer arbeitet mit der städtischen Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, dem Büro für Internationale Angelegenheiten der Stadt München, dem Arbeitsforum Ukraine um den LMU-Lehrbeauftragten Peter Hilkes zusammen.

In ganz Deutschland vernetzen wir uns mit Gruppen und Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen wie wir. Quarteera zum Beispiel setzt sich für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in Russland, QueerEast für LGBT-Rechte in der Ukraine ein. Beide Partner sitzen in Berlin.

In Kyiw kooperiert die Kontaktgruppe Munich Kyiv Queer mit der Deutschen Botschaft, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ, dem Goethe-Institut und, vor allem, der Heinrich-Böll-Stiftung. Unsere Kontakte bauen wir ständig aus.